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Das größte Problem sei die Überalterung der Partei, sagt eine Sprecherin. Mit Beitritten junger Leute könne bei weitem nicht aufgefangen werden, was durch Todesfälle verloren gehe. Und bei jungen Leuten seien die Bindungen an Parteien längst nicht mehr so stark, dass sie zu einem Beitritt bewegt werden könnten. Für die aktuellen SPD-Austritte gibt es aber auch eine politische Erklärung: die Unzufriedenheit an der Parteibasis mit den sozialen Einschnitten im Zuge der Reformen.
Schröder sah sich Mitte Juli zu einer Rückholaktion genötigt. In einem Brief bat er abtrünnige Mitglieder, ihre Entscheidung zu überdenken. Parallel dazu wandte sich Generalsekretär Olaf Scholz an die Bundestagsabgeordneten und forderte sie auf, in ihrem Wahlkreis Kontakt zu verlorenen Genossen aufzunehmen.
Der malische Außenminister Lansana Traore sagte am Sonntagabend in Bamako, die Verhandlungen dauerten noch an und befänden sich in einem heiklen Stadium. Unter Rücksicht auf die Entführten wollte er die Berichte nicht kommentieren.
Das Auswärtige Amt wollte aus Rücksicht auf die Betroffenen zu keinem der Berichte Stellung nehmen. Auch in Bern wollte das Außenministerium den ZDF-Bericht nicht kommentieren. Diplomatische Kreise in Bamako gingen davon aus, dass in der Nacht nichts mehr passieren würde. Staatssekretär Jürgen Chrobog vom Auswärtigen Amt befindet sich seit Sonntag erneut zu Gesprächen über die Freilassung der Geiseln in Mali.
Kurz zuvor erst hatte Chrobog bei der Ankunft in Bamako erklärt, die Entführten seien «noch nicht» frei. «Wir hoffen, dass wir sie sehr bald nach Hause bringen können», sagte der Leiter des deutschen Krisenstabs. Er wisse aber nicht, wo sie sich befänden und wie lange es noch dauern werde. Chrobog war am Nachmittag (Ortszeit) mit einem Airbus der Luftwaffe nach Bamako gekommen. Mit dieser Maschine könnten die Verschleppten im Fall ihrer Freilassung nach Deutschland gebracht werden.
Den ZDF-Informationen zufolge hat ein malischer Unterhändler am Samstag Lösegeld übergeben. Dem Vernehmen nach sei das Geld nicht von der Bundesregierung gekommen; die Summe sei deutlich niedriger als die in Medienberichten genannten 65 Millionen Euro. Den Geiseln gehe es den Umständen entsprechend gut.